thriller

Es steht geschrieben…

19.01.07, 12:16 | Tags: , | No comments

Lat. Skriptum, “Geschrieben”, ein Buch, welches auf der allgegenwärtigen Mystery-Kirchen-Thriller-Welle reitet, die wohl Dan Brown eingeläutet hat (hat er?).
Nur, im Gegensatz zu Browns Sakrileg oder dem noch viel besseren Illuminati, welche beide durch einigermassen glaubhafte Charaktere, eine spannende (nicht unbedingt vorhersehbare) Story und auch wissenschaftlich halbwegs vertretbaren Fakten punkten, krankt Khourys Roman in genau diesen Punkten. Charaktere? Alle unglaublich stereotyp: Die alleinerziehende Frau mit dem Kind (welches dann möglichst schnell erzähltechnisch ins Abseits manövriert wird), ein charmanter Polizist (der sich dann plötzlich für die Frau interessiert), dem genre-typischen skrupellosen Geistlichen, sowie der geheimnisvolle Professor: Sie sind alle da – und alle vorhersehbar flach und ohne Tiefgang. Die Story ist vorhersehbar und geradlinig.
Das Schlimmste ist aber die Art und Weise, wie hier ohne grossen Aufwand irgendwelche obskuren Geschichten erzählt werden: Von Verschlüsselungstechniken der Templer, über angebliche Schriften von Jesus selbst: Während man den erwähnten zwei Romanen von Brown anmerkt, dass sie recherchiert wurden, spürt man das hier überhaupt nicht – wenn Khoury Nachforschungen betrieben hat, dann entweder nur sehr oberflächlich oder er kann es unglaublich schlecht verkaufen.
Wer ein Buch für einen verregneten Sonntagnachmittag sucht, mag glücklich werden – alle anderen suchen in den einschlägigen Bücherstapeln der Buchhandlungen weiter…

Share and Enjoy:
  • Digg
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Technorati
  • MySpace
  • StumbleUpon

Ein Geheimnis

7.08.06, 13:26 | Tags: , | No comments

…bleibt mir, warum dieses Buch auf einer Stufe mit “Sakrileg” steht. Nicht, dass es schlecht ist – aber an Dan Brown reicht es nicht heran.
Ach – ich spreche von “Das letzte Geheimnis“, einem Buch, welches von zwei Studenten geschrieben wurde. Es handelt denn auch im studentischen Milieu, an einer Universität, und beschreibt die abenteuerliche Suche nach der Wahrheit hinter einem geheimnisvollen Buch.
Die Studenten-Atmosphäre ist gut eingefangen – das passt schon einmal. Und, obwohl das Buch etwas gemächlich daherkommt (ich hab auch schon das Wort “langatmig” in diesem Zusammenhang gelesen…), steigt die Spannung langsam, aber stetig. Dies liegt unter anderem auch daran, dass nicht nur die Geheimnisse des mysteriösen Buches langsam gelüftet werden, sondern auch das Privatleben des Protagonisten damit zusammenhängt und man diese Zusammenhänge ebenfalls erst langsam entdeckt (bzw. beschrieben bekommt).
Fazit: Gute, entspannende Ferienlektüre (und das war es ja auch) :)

Share and Enjoy:
  • Digg
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Technorati
  • MySpace
  • StumbleUpon

Ein echter Flug, aber ein falscher Plot…

5.08.06, 13:17 | Tags: , | No comments

Noch ein Verriss. Sorry – ich kann auch nichts dafür…
Im vorliegenden Fall muss ich allerdings der Fairness halber bemerken, dass
a) das Buch ursprünglich auf Englisch erschienen ist (ich also eine deutsche Übersetzung gelesen habe)
b) ich das Buch für meine Ferien ausgeliehen habe – normalerweise würde ich so etwas nicht mal ansatzweise lesen, und deshalb auch nicht rezensieren ;)

Es handelt sich hier also um “Nachtflug” von Nelson DeMille. Ich habe schon ein oder zwei Romane von DeMille gelesen, und was mir jeweils aufgefallen ist, ist der betont flapsige Stil – so als wolle der Autor irgendwie das Flair eines 50er Jahre B-Movies (Detektiv-Story) mit ein bisschen Humor angereichert in das neue Millenium retten.
Nur – das klappt leider nicht. In einem Film würde das wahrscheinlich sogar funktionieren, eventuell auch als Hörspiel, aber in Buchform geht das nicht. Man muss einzelne Sätze mehrfach lesen, bis man versteht, wie sie gemeint sind. Es fehlen teilweise ganze logische Abschnitte in der Handlung – das macht im Prinzip nichts, aber wenn man darauf nicht vorbereitet ist (in Form einer Abblende, Musik, einer Pause usw.) verwirrt das reichlich.
Die Handlung selbst ist im Prinzip sehr interessant (wenn auch konventionell): Basierend auf dem wirklich geschehenen Absturz eines Flugzeuges vor New York konstruiert DeMille eine Verschwörungsgeschichte (guter Cop gegen böses FBI / Regierung und gegen eine noch viel schlimmere CIA). Der Schluss ist, gelinde gesagt, enttäuschend (wenn auch in der Realität sicherlich passend), aber am Schlimmsten sind die erwähnten flapsigen Passagen. Und die völlig übertriebenen Sex-Szenen. Auch hier ist die Nähe zum Film spürbar, es gilt bekanntlich “sex sells” – aber in geschriebener Form ist das schlicht peinlich und gehört allenfalls in die farbigen “Groschenromane für Frauen” verbannt.
Na ja – ich hab’ das Buch dennoch zu Ende gelesen, aber eben – das war während meines Urlaubs… :)

Share and Enjoy:
  • Digg
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Technorati
  • MySpace
  • StumbleUpon

Warum ich auch Bücher schreiben sollte

7.07.06, 13:16 | Tags: ,, | No comments

Zum Glück gibt es Bibliotheken – ansonsten hätte ich mir die “Akte Golgatha” eventuell noch gekauft, und das wäre schade ums Geld gewesen… so aber habe ich mich durch das Buch gekämpft, mit dem beruhigenden Wissen, dass ich es wieder zurückgeben kann, ja sogar muss…
Der Reihe nach: Philipp Vandenberg war mir bekannt – ich habe auch schon Bücher von ihm gelesen, auch wenn ich mich an die Titel nicht mehr erinnern kann. Grundsätzlich lese ich nichts lieber als Thriller im Vatikanmilieu – dunkle Mächte, böse Päpste, Verschwörungen, Relikte aus zweitausend Jahren Kirchengeschichte – passt alles hervorragend.
Nur: Die Akte Golgatha verfügt zwar über alle “technischen” Ingredienzen für einen unterhaltsamen und spannenden Roman – aber dem Buch fehlt das, was das Salz in der Suppe ist: Gute Figuren. Natürlich, es gibt den Held, es gibt die Heldin, die undurchsichtigen Figuren am Rande, die abgrundtief bösen Kardinäle – aber alle sind derart eindimensional beschrieben, dass es streckenweise richtig weh tut. Dazu kommen teilweise Formulierungen, die aus dem nächstbesten Schulaufsatz stammen könnten – stilistisch wie vokabularisch einfach eine Katastrophe!
Nein, Herr Vandenberg, tut mir leid – das geht viel besser!
Tja – vielleicht sollte ich wirklich auch Bücher schreiben – scheint, als ob man mit relativ wenig Aufwand einiges erreichen kann…

Share and Enjoy:
  • Digg
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Technorati
  • MySpace
  • StumbleUpon