Lat. Skriptum, “Geschrieben”, ein Buch, welches auf der allgegenwärtigen Mystery-Kirchen-Thriller-Welle reitet, die wohl Dan Brown eingeläutet hat (hat er?).
Nur, im Gegensatz zu Browns Sakrileg oder dem noch viel besseren Illuminati, welche beide durch einigermassen glaubhafte Charaktere, eine spannende (nicht unbedingt vorhersehbare) Story und auch wissenschaftlich halbwegs vertretbaren Fakten punkten, krankt Khourys Roman in genau diesen Punkten. Charaktere? Alle unglaublich stereotyp: Die alleinerziehende Frau mit dem Kind (welches dann möglichst schnell erzähltechnisch ins Abseits manövriert wird), ein charmanter Polizist (der sich dann plötzlich für die Frau interessiert), dem genre-typischen skrupellosen Geistlichen, sowie der geheimnisvolle Professor: Sie sind alle da – und alle vorhersehbar flach und ohne Tiefgang. Die Story ist vorhersehbar und geradlinig.
Das Schlimmste ist aber die Art und Weise, wie hier ohne grossen Aufwand irgendwelche obskuren Geschichten erzählt werden: Von Verschlüsselungstechniken der Templer, über angebliche Schriften von Jesus selbst: Während man den erwähnten zwei Romanen von Brown anmerkt, dass sie recherchiert wurden, spürt man das hier überhaupt nicht – wenn Khoury Nachforschungen betrieben hat, dann entweder nur sehr oberflächlich oder er kann es unglaublich schlecht verkaufen.
Wer ein Buch für einen verregneten Sonntagnachmittag sucht, mag glücklich werden – alle anderen suchen in den einschlägigen Bücherstapeln der Buchhandlungen weiter…


